Lange Zeit nichts mehr von uns gehört, das liegt daran, dass wir eine schwierigere Zeit durchgemacht haben. Ich weiss, der Blog wird kaum gelesen, das war auch nicht mein Ziel. Es ist eher eine Art virtuelles Tagebuch aber vielleicht erkundigt sich auch mal jemand, der vor derselben schwierigen Entscheidung steht und stösst auf diesen Blog. ABER- ausdrücklich gesagt, hierbei handelt es sich ausschließlich um meine persönliche Meinung für meinen Hund, das kann nicht auf andere übertragen werden und es nimmt niemanden die Entscheidung ab. Allerdings rettet es dem ein oder anderen Rüden vielleicht die Eier.Der Chip hilft nur bei sexuell motiviertem Verhalten, nicht bei Erziehungsfehlern oder Charakter des Hundes.

Akito hätte im März 21 Vater von wundervollen Welpen werden sollen, wir alle haben uns riesig gefreut. Telefonat wurde geführt, man stand in Kontakt, ein Treffen stand bevor. ABER- Akito bekam zunehmend Probleme mit sich selbst und der Welt. Das begann damit, dass Emma und er der Meinung waren, dass man nun so langsam erste sexuelle Erfahrungen machen könnte.. dieser Plan wurde von mir vereitelt. Akito allerdings konnte von dem Gedanken nicht mehr Abstand nehmen, so dass jedes Treffen eine Herausforderung wurde und Emma auch keine Ruhe mehr hatte.

Akito wurde uns gegenüber nie frech, er hat nie ein Bein oder ein Kissen versucht zu bearbeiten.. das hätte er nie getan aber man merkte, dass er sich zunehmend gequält hat.. Nase am Boden, konnte nicht mehr hören, konnte nicht mehr an der Leine laufen, konnte nicht mehr Partner sein. Das ganze steigerte sich zunehmend, bis es im Urlaub im August unerträglich wurde.

Bis dahin dachte man noch es wäre eine Phase aber Homöopathie hat nicht mehr geholfen und Akito stand immer mehr unter Dauerstress und Dauerfeuer.

So, was tun… Als erstes berät man sich natürlich mit Rüdenbesitzer- Riccardo musste meinen Frust, meine Zweifel und wachsende Verzweiflung aushalten… Nun hatte ich die Wahl:wird Akito ruhiger nach dem decken? Oder leckt er erstrecht Blut und wir öffnen die Büchse der Pandora?

Im Urlaub wurde es dann extrem, Akito konnte keine Sekunde mehr entspannen, hat viel geweint und die Hoden schwollen auf beachtliche Grösse an. Dazu kam immer wieder ein Vorhautkatarrh, Magenproleme durch den Dauerstress und knirschen mit den Zähnen im Schlaf-WENN er mal geschlafen hat. Während andere Hunde miteinander spielten musste Akito an der Schleppleine bleiben weil er gehechelt und gesabbert hat und natürlich versuchte aufzureiten. Madlen vom Verein konnte mir leider auch nicht helfen.. Wie auch…? Das ganze zerrte nicht nur an Akito, sondern auch an uns. An einem Ausflug wusste Akito nicht mehr wo oben und unten ist, er hat bei jeder Kleinigkeit und bei jeder Korrektur seines Verhalten an der Leine geweint und gewinselt, ich habe kurze Videos an Riccardo geschickt auch um zu zeigen, wie schlimm das ganze wirklich geworden ist und das war der Moment wo wir entschieden, dass sich etwas ändern muss, wir wussten nur noch nicht was und wann. Dazu kommt, dass Akito auch meine Anspannung gespürt hat und wir uns aufgeschaukelt haben, er war insgesamt völlig durch den Wind.

Wir dachten, dass wir erstmal wir schauen wie es zuhause ist und ob er ruhiger wird.

Leider war dem nicht der Fall. Es wurde besser, aber beiweitem nicht ruhig. Es war weiterhin nichts mit ihm anzufangen. Er hing nur noch in der Leine um zu schnuppern, Urin aufzulecken und zu markieren.

Ein Leben an der Leine und ohne Hundekontakt kommt für mich /uns nicht in Frage so dass ich ihn schon nicht mehr decken lassen wollte bzw sehr gezweifelt habe. Klar, was bitte sagt man dem Hündinnenbesitzer der mit dem Wurf plant? Abgesehen davon bringt es auch nichts da ein Rüde eine läufige Hündin Kilometer weit riechen kann.

Von Anfang an war klar, dass er nur Deckrüde ist, so lange es ihm gut geht. Von gut gehen sind wir aber leider Lichtjahre entfernt gewesen.

Unser nächster Weg führte zu unserer Tierärztin, impfen und Lagebesprechung standen auf dem Plan.

Sie verstand unsere Probleme total und ich wurde von ihr wunderbar beraten, auch was es für negative Folgen haben kann, in Bezug auf sein dasein als Deckrüde. Für mich stand die Entscheidung, ich wollte, dass mein Hund sich nicht mehr quält und er wieder entspannter wird.

Zuhause hatte ich dann mit meinem Mann ein Gespräch und wir haben beschlossen, dass er zuerst den 6 Monatschip bekommt. Die Kastration auf Probe… Ich finde diese Chance muss jeder Rüde bekommen um zu sehen, ob er sich wie gewünscht verändert. Ehrlich, die Eier sind schnell weg aber die kommen nicht wieder wenn merkt, dass der Hund sich gar nicht oder negativ verändert. Und ich würde mir wünschen, dass die Tierärzte vor der Kastration einen Chip zur Pflicht machen würden.

Mir ging so viel durch den Kopf, ich erinnerte mich auch an meine ehemalige Trainerin, die mich dumm angequatscht hat vor Monaten, als ich mal spaßeshalber zu Akito sagte dass die Eier wegkommen. Aber ja, das ist der Grund, warum sie nicht mehr meine Trainerin ist bzw nicht weiterhin wurde. Man darf gerne eine andere Meinung haben aber die darf man nicht einer erwachsenen Frau wie einem Schulmädchen hinknallen. Und vor allem hat niemand das Recht so dermaßen seine Meinung aufzudrücken.

Ich habe den Hündinnenbesitzer informiert und bin froh, dass er so verständnisvoll reagiert hat.

Am 04.09. Abends bekam Akito den Chip. Und auch wenn es eigentlich nicht so beschrieben ist und der Chip einige Zeit brauchen soll um zu wirken… Ich konnte nach 3 Tagen erste deutliche Veränderungen feststellen. Akito wurde ruhiger und er war wieder fähig zu hören und schnüffeln zu unterbrechen. Er hängt nicht mehr wie ein Irrer in der Leine und kann wieder anständig laufen. Man kann ihn an der Leine korrigieren.. Nach 3 Tagen!! Hammer!! Stand heute kam dazu, dass er nicht mehr so häufig markiert und nur noch manchmal, wenn es besonders gut ist, Urin leckt. Hundebegegungen werden entspannter und heute konnte er kurz mit 2 Mädels spielen und fröhlich abbrechen. Ich bin gespannt wie es mit Emma wird. Akito ist entspannter und wieder fröhlicher und das ist mir so viel mehr wert als Welpen.

Darum – hört nicht auf Trainer, nicht auf Menschen die euch Voll quatschen. Lasst euch beraten, bildet euch eure Meinung und entscheidet, ohne euch drängen zu lassen. Weder in die eine, noch in die andere Richtung. Niemand kennt euren Hund besser als ihr selbst.

Ich kann für Akito und uns sagen, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben. Trefft ihr eure!

Für kommende Urlaube ist mir klar, dass es nicht perfekt sein wird, das muß es auch nicht.

Ach und : NEIN die Hoden sind bisher NICHT auf Erbsengrösse geschrumpft 😉